Track & Trail River Camp
Safari & photography specialized
Track&Trail Rivercamp und seine Mitarbeiter fühlen sich verpflichtet, Reisenden aus der ganzen Welt die best möglichen Wildlife-Erfahrungen zu bieten. Unsere Safariführer gehören zu den am besten ausgebildeten in Afrika und werden ihnen Informationen und inspirierende Interpretationen des Luangwa Ökosystems bieten. Sie wollen die einzigartigen Möglichkeiten mit ihnen teilen, um ihnen das sich ständig verändernde Panorama von South-Luangwa zu zeigen.
Eines Nachts als meine Freundin und ich von der Lime Tree Bar/Restaurant zu unseren Chalets gingen, sahen wir ein kleines geflecktes Genet (Familie der Mangusten) am Wegrand sitzen, welches fliegende Termiten aß, die vom Licht angezogen wurden. Im Licht unserer Taschenlampe sahen wir es und wir kamen sehr nahe ran, weil wir von hinten kamen. Wir beobachteten es fast fünf Minuten lang beim Essen, bis das Genet mehr als einen Meter hoch sprang und schnell in die andere Richtung davon rannte. Beim genaueren Hinsehen erkannten wir, dass eine Manguste (etwas größer als ein Genet) der Grund war, weshalb es sich erschreckt hatte. Dieselbe Manguste führte dann fort, was das Genet angefangen hatte.
Ich habe tief geschlafen, als ein lauter „Alarm Call“ mich um 03.00 Uhr nachts weckte. Es war ein Elefant, ein Pavian und eine Antilope, deren Spezies ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ausmachen konnte. Ich ging mit einer Taschenlampe nach draußen um nachzusehen was da los war. Direkt vor meiner Türe sah ich eine Hyäne, deren Kopf komplett mit Blut bedeckt war aus den Büschen kommen und hinter den Angestelltenhäusern verschwinden. Hyänen sind normalerweise ziemlich unberechenbar wenn es zu einer Begegnung mit Menschen kommt.
Ich leuchtete mit der Taschenlampe auf den Bush, hinter dem die Hyäne hervor gekommen war. Dort sah ich relativ unklar ein männliches Puku (mittelgroße Antilope) schwanken. Ich entschied zurück ins Haus zu gehen um der Natur ihren Lauf zu lassen. Als ich um 06:00 Uhr morgens aufstand, sah ich sofort nach den Überresten des Pukus. Ich hatte nicht erwartet etwas so grausames vorzufinden. Das Puku war in einer Astgabel eingeklemmt und seine Hinterbeine hingen in der Luft. Die Hyäne hatte fast sein ganzes Hinterteil aufgefressen. Der eigenartigste Moment kam aber erst, als ich genauer hinsah: das Puku hob seinen Kopf und sah mir direkt in die Augen. Es geriet wieder in Panik und im selben Moment wurde mir klar, was das Tier in den letzten Stunden durchgemacht haben musste. Das Puku wurde wahrscheinlich von der Hyäne verfolgt und beim Sprung über die Astgabel von der Hyäne nach hinten gezogen wurde.
Es war also irgendwie meine Schuld, da ich die Hyäne erschreckt habe und sie ihr Werk nicht zu Ende bringen konnte. Aber als ich genauer hin sah, stellte ich fest, dass die Hyäne wohl genug gehabt und zu gehen entschieden hatte.
Da stand ich also mit einem leidenden, schreienden, sich zu befreien versuchenden Puku. Es ist nicht angenehm ein solches Tier zu töten, aber mir blieb keine andere Wahl.
An einem ganz normalen Abend an der Bar (welche halb offen ist) sagte plötzlich jemand: „Schau, da ist eine kleine Schlange in der Ecke!“. Wir sahen alle hin, als der Schatten eines Vogels herunter kam, und mit der Schlange wieder hoch flog. Die Eule, wahrscheinlich eine Zwergohreule, deren Ruf man fast jede Nacht im ganzen Camp hört, war so schnell, dass keiner die Schlange richtig identifizieren konnte.
Direkt neben unserem Haus steht ein großer alter Baum, welcher seit einigen Jahren schon das Zuhause eines Zimtrollerpäarchen ist. Ein wunderschöner Vogel mit heller violetter Brust, gelbem Schnabel und blauem Bauch. Eines Nachmittags hörte ich eigenartige Schreie aus dem Baum. Ich hob meinen Kopf und folgte dem schrillen Geräusch des Zimtrollers. Es gab einen guten Grund, warum sich der Zimtroller so aufführte. Ein kleiner Sperber verfolgte ihn mit voller Geschwindigkeit. Es war wunderschön mit anzusehen, wie der Zimtroller versuchte den Sperber loszuwerden. Nach einiger Zeit verlor ich die beiden aus den Augen, ohne zu wissen, was geschah. Am nächsten Tag war keine Spur mehr von ihm zu sehen und auch am darauf folgenden Tag nicht. Ich dachte der Zimtroller hätte sich verscheuchen lassen. Aber nach 3 Tagen sah ich das Paar wieder gemeinsam auf einem Ast des großen toten Baum neben meinem Haus sitzen.
Während eines Gamedrives beobachteten wir eine Gruppe Löwen. Einige Autos mit Touristen machten Bilder von zwei Löwinnen die sich ausruhten. Einer der Touristen ließ aus Versehen nicht weit von einem jungen Weibchen eine Wasserflasche fallen. Das Weibchen konnte der Versuchung nicht widerstehen, herauszufinden, was dieses glänzende Objekt war. Sie nahm die Flasche in ihr Maul und zeigte sie ihrer Mutter oder Schwester. Diese war aber kein bisschen daran interessiert. Nachdem sie eine Weile damit gespielt hatte, ließ sie davon ab um sich einem interessanterem Ereignis zu widmen...zwei Männchen kamen auf die Löwin zu.
Ich bekam die Nachricht von einem meiner Arbeiter, dass jemand mir ein Schuppentier verkaufen wolle. Ohne daran zu denken wie selten dieses Tier ist, fragte ich ihn für wie viel. Er antwortete für 3000$ USD. Da wurde mir klar, dass wir von einem vom Aussterben bedrohtem Tier sprachen, dass nur noch sehr selten in dieser Gegend vorkommt. Sofort gab ich vor daran interessiert zu sein und fragte den Arbeiter, ob er mich dem Verkäufer vorstellen könne. Der Arbeiter sagte: „Okay, er kommt zum Mittagessen zu mir nach Hause und bringt auch seine Frau mit, die das Tier beim Holzsammeln gefunden hat.“ Ich hatte schon jemanden von der lokalen Anti-Wilderei Einheit über alles informiert.
Direkt nach dem Mittagessen sah ich drei Personen mit einem Sack zu meinem Haus laufen. Sofort bat ich meine Freundin die Anti-Wilderei Einheit anzurufen und sie zu bitten, so schnell wie möglich her zu kommen. Dann ging ich auf die Leute zu und versuchte mich so entspannt wie möglich zu geben. Unglücklicherweise war die Leitung ständig besetzt und ich musste den Verkaufsprozess mit unzähligen Fragen und Inspektion des Tieres überbrücken, bis meine Freundin endlich die Anti-Wilderei Einheit erreichte. Und auch dann dauerte es noch weitere 10 Minuten, bis sie kamen. Als das Fahrzeug endlich ankam, rannte eine der drei Personen davon. Die anderen Beiden waren zu alt um weg zu laufen und wurden verhaftet. Das Schuppentier war in einer guten Verfassung und wurde kurz darauf in einem geschützten Teil des Parks ausgesetzt.

